Drei Monate zwischen Brücken, Straßen und Pasta (Erasmus Aufenthalt in Venedig)

Nach drei Monaten voller Pasta, Pizza und Menschen, die viel zu schnell reden, ist meine Zeit hier in Venedig zu Ende. In diesen drei Monaten habe ich mehr gelernt und erlebt, als ich mir je hätte vorstellen können. Und wenn ich jetzt an mein Trimester dort zurückdenke, weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll, denn es gibt einfach zu viel zu erzählen.

Ich hatte das große Glück, in einer wunderbaren Gastfamilie zu leben – und eine noch wunderbarere Gastschwester zu haben. Mit ihr habe ich eine Freundschaft fürs Leben geschlossen. Sie besucht ebenfalls das Liceo Foscarini, die Schule, die ich in Venedig besucht habe, und hat mir besonders am Anfang sehr geholfen. Das Liceo Foscarini hat mir richtig gut gefallen: Es ist modern und schön, aber vor allem habe ich dort viele liebe Menschen kennengelernt, die mir jetzt sehr fehlen. Zum Beispiel meine Klassenkameraden, die alle klug, sympathisch und unglaublich geduldig mit mir, meinem Italienisch und meinen tausend Fragen waren. Dank ihnen bin ich jeden Tag gerne in die Schule gegangen. Manchmal wollte ich gar nicht nach Hause, weil es einfach so lustig war.

Natürlich gab es auch negative Seiten an meinem Aufenthalt in Venedig. Vor allem am Anfang hatte ich große Probleme mit der Sprache. Nach nur einem Jahr Italienischunterricht konnte ich fast nichts, und deshalb hatte ich etwas Angst zu reden. Oft habe ich auch kaum etwas verstanden, wenn jemand mit mir geredet hat. „Lächeln und nicken“ war mein Motto. Aber nach etwa anderthalb Monaten wurde es besser: Ich begann, immer mehr zu verstehen und mich auch zu trauen zu sprechen. Heute kann ich sagen, dass ich viel gelernt habe – auch wenn es natürlich noch einiges zu lernen gibt.

Ich hatte natürlich auch Heimweh. Meine Familie und meine Freunde haben mir sehr gefehlt. Zum Glück ist Kärnten nur drei Stunden mit dem Auto und fünf Stunden mit dem Bus von Venedig entfernt. So konnte ich während meines Austauschs drei Mal für ein Wochenende nach Hause fahren, und außerdem haben mich meine Familie und meine Freundinnen einmal besucht.

Nach meiner Rückkehr vermisse ich Italien jetzt schon sehr. Ich durfte Venedig wie eine echte Venezianerin erleben, habe mit meiner Gastfamilie Padua und Verona besucht und vor allem eine wunderschöne Sprache gelernt und neue Freundschaften geschlossen. Fast jedes Wochenende war ich mit Camilla, meiner Gastschwester, und ihren Freunden unterwegs, und gemeinsam mit meiner Gastfamilie habe ich unglaublich gut gegessen. Ich hätte nie gedacht, dass es so viele verschiedene Arten gibt, Pasta zuzubereiten.

Meiner Meinung nach sollte jeder einmal einen Austausch in Venedig machen. Die Stadt und ihre Menschen sind einfach etwas ganz Besonderes und man sollte sie mindestens einmal im Leben erlebt haben. Ein Austausch macht selbstständiger, selbstbewusster, man findet neue Freunde und lernt eine neue Sprache. Danke an Prof. Knes für diese unglaubliche Chance.

Mariella Grohschädl (6A)

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